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11.08.22 
 
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01.03.08 - 07:36 Uhr - Orkan Emma

Einsatzort: Stadtgebiet

Einsatzdauer: 480 Minuten

Eingesetzte Kräfte: 15

Am Morgen des 1. März 2008 zog das Orkantief Emma über Deutschland hinweg und blieb auch in Frankfurt nicht ohne Folgen. Im Stadtgebiet rückte die Feuerwehr zu über 300 Einsätzen aus. Die Freiwillige Feuerwehr Hausen besetzte unmittelbar nach der Alarmierung um 07:36 Uhr alle Fahrzeuge und war an acht Einsätzen beteiligt, bei denen sie zum Teil alleine tätig wurde oder die Berufsfeuerwehr und andere freiwillige Wehren unterstützte. Die Hausener Wehr war überwiegend in den innenstadtnahen Gründerzeitstadtteilen nördlich des Mains unterwegs, aber auch ein Einsatz in Hausen selbst war dabei.

Solche Unwetter sind leider keine Seltenheit mehr, sondern ereignen sich immer öfter. Wie Sie sich gegen Schäden durch Wind und Wasser schützen bzw. auf solche Wetterlagen vorbereiten können, erfahren Sie in unseren Tipps.

Ausführliche Informationen über die einzelnen Einsätze:

Einsatz 1: Dachschäden Wohnhaus, Rostocker Straße, Westend-Nord
07:40 - 08:10 Uhr / Eingesetzte Fahrzeuge: TLF / Eingesetzte Kräfte: 7

Durch den extremen Wind wurde die aus Bitumen bestehende Dachhaut eines Wohnblocks angehoben und fiel anschließend über eine Fläche von ca. 200 m² wie ein Vorhang über die Fassade. Nachdem festgestellt wurde, dass das Gebäude über eine Betonzwischendecke verfügt, stand fest, dass keine unmittelbare Gefahr für die Bewohner bzw. das Gebäude bestand.

Die Grünfläche vor dem Haus wurde gesperrt. Nachdem der Hausmeister eingetroffen war, wurde dieser aufgefordert, eine Fachfirma mit der Beseitigung des Schadens zu beauftragen.

Ein anderer Teil der Dachhaut (ca. 100 bis 150 m²) flog durch die Luft und lag 80 m entfernt auf der Hansaallee, wo sich die Berufsfeuerwehr um die Zerkleinerung bemühte. Nicht auszudenken, wenn sich zum Zeitpunkt des Unglücks Fahrzeuge auf der Straße befunden hätten.

Einsatz 2: Bäume auf Straße, Waldschmidtstraße, Ostend
07:45 - 12:45 Uhr / Eingesetzte Fahrzeuge: LF, MTF / Eingesetzte Kräfte: 6

Durch den starken Wind wurden in der Wohnsiedlung direkt hinter dem Frankfurter Zoo mehrere Bäume entwurzelt und umgeworfen. Dabei vielen diese auf die Fahrbahn und teilweise auf die parkenden Fahrzeuge. Einige Fahrzeuge erlitten dabei erhebliche Schäden. Mit Motorsägen wurde die Bäume zerkleinert und von der Fahrbahn und dem Gehweg entfernt. Da zwei weitere Bäume drohten noch umzustürzen, sie waren schon in Schieflage, das Erdreich naß und die Wurzeln lugten erheblich schon herraus, wurden die beiden Bäume mit Hilfe des THWs und einem Teleskopmast einer Werkfeuerwehr von oben herab abgetragen.

Einsatz 3: Baum auf Straße, Stralsunder Straße, Westend-Nord
08:10 - 08:54 Uhr / Eingesetzte Fahrzeuge: TLF / Eingesetzte Kräfte: 7

Noch während des vorherigen Einsatzes (Einsatz 1) kam die Meldung über einen auf einen PKW gestürzten Baum in der Stralsunder Straße. Nach Rücksprache mit dem Einsatzleiter der ebenfalls vor Ort befindlichen Berufsfeuerwehr, wurde der Baum zerkleinert und abgelegt. Am PKW entstand – so weit erkennbar – Totalschaden.

Einsatz 4: Baum auf Straße, Holzhausenstraße, Nordend-West
09:05 - 09:45 Uhr / Eingesetzte Fahrzeuge: TLF / Eingesetzte Kräfte: 7

Auch der nächste Einsatz war wieder ein umgestürzter Baum auf der Holzhausenstraße. Die Straße musste in Höhe des Holzhausenparks für die Dauer der Arbeiten voll gesperrt werden, wobei den Omnibussen die Weiterfahrt ermöglicht werden konnte. Bei diesem Einsatz fiel auf, dass auf dem Fahrzeug kein Besen (!) mehr war. Ein freundlicher Kioskbesitzer half aus, so dass die Straße in verkehrssicherem Zustand wieder freigegeben werden konnte.

Einsatz 5: Baum auf Straße, Funckstraße, Bockenheim
10:19 - 11:00 Uhr / Eingesetzte Fahrzeuge: TLF / Eingesetzte Kräfte: 7

Noch ein Baum, diesmal in der Kuhwaldsiedlung. Nachdem der umgestürzte Teil des Baums zerkleinert war, wurde festgestellt, dass der noch stehende Teil des Baumes ebenfalls umzustürzen drohte. Zur Beseitigung dieser Gefahr wurde auch der Rest des Baumes gefällt.

Einsatz 6: Baum droht umzustürzen, Hausener Obergasse, Hausen
11:03 - 11:40 Uhr / Eingesetzte Fahrzeuge: TLF / Eingesetzte Kräfte: 8

Zur Abwechslung mal wieder ein Baum, eine ca. 10 m hohe Tanne, die zwar noch stand, aber nur deshalb, weil sie in äußerst labiler Lage an einem Gartenzaun hing. Der Baum drohte jeden Moment unkontrolliert umzustürzen, wobei er das denkmalgeschützte Wohnhaus des benachbarten Grundstücks ebenso hätte treffen können wie die Straße.

Auch hier war zur Beseitigung der Gefahr das gezielte Fällen des Baums erforderlich, was angesichts der beengten Zugangsverhältnisse kein leichtes Unterfangen war. In sehr professioneller Weise wurde der Baum so gefällt, dass er auf dem benachbarten Grundstück zu liegen kam, ohne dabei weiteren Schaden anzurichten.

Einsatz 6: Dachteile stürzen auf Straße, Beethovenplatz, Westend-Süd
12:27 - 14:57 Uhr / Eingesetzte Fahrzeuge: TLF / Eingesetzte Kräfte: 8

Hier wurde die FF Hausen zur Unterstützung der bereits im Einsatz befindlichen Berufsfeuerwehr angefordert. Auf dem Dach eines Studentenwohnheims hatte sich eine ca. 100 m² große Blechabdeckung gelöst. Teile dieser Verkleidung lagen bereits ca. 50 m vom Gebäude entfernt im Beethovenpark, wobei glücklicherweise niemand verletzt wurde. Weitere Teile drohten wegzufliegen, sie wurden immer wieder vom Wind angehoben und knallten dann mit lautem Getöse auf das Dach zurück.

Da die FF Hausen selbst nicht über Sicherungsgeräte gegen Absturz verfügt, konnten die Kameraden die Berufsfeuerwehr lediglich dadurch unterstützen, dass über sieben Stockwerke Arbeitsgeräte hinauf und entfernte Teile des Dachs herunter getragen wurden. Später gelang es, das lose Dachteil mit Altmobiliar zu befestigen, so dass die Gefahr auf diese Weise beseitigt wurde.

Einsatz 8: Dachschäden Wohnhaus, Waldschmidtstraße, Ostend
13:00 - 14:00 Uhr / Eingesetzte Fahrzeuge: LF, MTF / Eingesetzte Kräfte: 6

Kaum ein paar Häuser weiter von Einsatz 2 wurden bei einem Mehrfamilienhaus durch den Wind mehrere Dachziegel abgetragen. Einzelne Dachziegel in der Traufe und im Schneefang drohten in den Hauseingangsbereich zu fallen. Daraufhin wurden diese mit dem Teleskopmast entfernt. Alles weitere übernahm eine Dachdeckerfirma.


Bericht: Michael Winter

Bilder: Markus Dierbach, Uwe Härder, Torben Hedderich

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