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11.08.22 
 
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27.07.05 - 22:23 Uhr - Sturmeinsätze

Einsatzort: Bonames / Hausen / Nieder-Erlenbach / Nieder-Eschbach

Einsatzdauer: 540 Minuten

Eingesetzte Kräfte: 15

Am Abend des 27. Juli zog von Westen her eine Unwetterfront durch Mittelhessen. Gegen 21:35 Uhr (siehe Radarbild 19:45 UTC) erreichte ein Zentrum mit heftigen, orkanartigen Sturmböen (violett markierter Bereich) den Frankfurter Norden. Mittlerweile ist in den Medien von einem kleinen Tornado die Rede, der in nur etwa 20 Minuten zahlreiche Sachschäden in den Stadtteilen Nieder-Eschbach, Bonames, Nieder-Erlenbach, Kalbach, Harheim, Berkersheim und dem Neubaugebiet Riedberg anrichtete. Dabei handelte es sich kaum um Wasserschäden -- vielmehr um entwurzelte Bäume, abgedeckte Dächer, und andere Beschädigungen von Sachwerten.


Nachdem das Ausmaß der Folgen relativ schnell erkannt wurde, wurde ein Gesamtalarm aller Frankfurter Wehren um 22:23 Uhr ausgelöst. Die Freiwillige Feuerwehr Hausen konnte zügig das zur Verfügung stehende Löschfahrzeug und ein Mannschaftstransportfahrzeug mit 15 Einsatzkräften besetzen.
Einsatz 1: Baum auf Straße - Pfannmüllerstraße
Eingesetzte Fahrzeuge: LF 8/6 H, MTF / Eingesetzte Kräfte: 15

Zunächst ging es in die Pfannmüllerstraße in Hausen, wo ein kleiner Baum am Rande eines Parkplatzes abknickte und den Verkehr auf der Straße sowie Passanten auf dem Gehweg behinderte. Dieser wurde zerlegt und vom Gehweg geräumt.
Einsatz 2: Dachschäden am Autohaus - Alt-Erlenbach
Eingesetzte Fahrzeuge: LF 8/6 H, MTF / Eingesetzte Kräfte: 15

Anschließend wurde die FF Hausen zu einem Autohaus geschickt, dessen Dach durch eine Windhose abgetragen wurde. Der Weg von Hausen nach Nieder-Erlenbach erwies sich allerdings alles andere als einfach. Neben dem "Feuerwehr-Verkehrschaos", das im Frankfurter Norden herrschte, wurden wir noch auf der von Sturmschäden blockierten Umgehungstraße um Harheim und von einem entwurzelten Baum, der die Straße kurz vor dem Ziel versperrte, aufgehalten. Der Baum wurde von uns mit der Motorsäge zerlegt und von der Straße geräumt.

Am Autohaus angekommen erwies sich die Lage für uns sehr schwierig. Die Schäden am Hausdach waren so enorm, dass wir zunächst nur lose Teile, entfernen konnten. Für weitere Maßnahmen mussten die Kameraden des Technischen Hilfswerk angefordert werden. Teile des Daches beschädigten zahlreiche im Hof abgestellten Fahrzeuge. Das THW dichtete das Dach mit Folien ab. Im Dach der Werkstatt war ein etwa zehn Quadratmeter großes Loch. Auch hier entfernten wir Teile, die vom Dach zu stürzen drohten.


Im Anschluss daran kehrten wir im Feuerwehrhaus der FF Nieder-Erlenbach zur Nahrungsmittelaufnahme und einer Pause ein. Nach dieser kleinen Stärkung ging es weiter nach Nieder-Eschbach:
Einsatz 3: Äste auf Straße - Albert-Schweizer-Straße
Eingesetzte Fahrzeuge: keine / Eingesetzte Kräfte: keine

In der Albert-Schweizer-Straße sind Äste abgebrochen und behinderten den Verkehr. Dieser Einsatz wurde jedoch schon von einer anderen Wehr abgearbeitet -- die Äste lagen bereits am Straßenrand -- daher kein Einsatz für die FF-Hausen.
Einsatz 4: Fahrzeuge unter Baum - Kirchhofsweg
Eingesetzte Fahrzeuge: LF 8/6 H, MTF / Eingesetzte Kräfte: 15

Nahe des Bonameser Friedhofs stürzten zwei Bäume unglücklicherweise genau auf die zwei Fahrzeuge eines Besitzers. Die FF Hausen zerlegte diese Bäume mit der Motorsäge und befreite somit die Fahrzeuge. Ein dritter Baum brach durch den Wind und stürzte in einen anderen Baum. Dadurch wurde ein weiteres stürzen auf das Haus und weiterer Schaden verhindert. Der umliegende Bereich wurde abgesperrt, da der Baum später erst mithilfe eines Kranwagens entfernt werden konnte.
Einsatz 5: Gelöste Dachziegel - Galgenstraße
Eingesetzte Fahrzeuge: LF 8/6 H / Eingesetzte Kräfte: 8

Auch in Bonames lösten sich vom Dach eines Wohnhauses Dachziegel. Die offene Stelle sollte abgedichtet werden. Da das Loch nur schwer zu erreichen war und der einsetzende Regen die Arbeiten erschwerten und somit das Unfallrisiko unserer Einsatzkräfte erhöhte, übergaben wir den Einsatz der Drehleiter der Berufsfeuerwehr.
Einsatz 6: Unterstützung bei Abdichtung eines Daches - Galgenstraße
Eingesetzte Fahrzeuge: LF 8/6 H / Eingesetzte Kräfte: 8

Einige Meter weiter waren die Kollegen der Feuer- und Rettungswache 7 bei der Abdichtung eines offenen Daches über etwa 40 Quadratmeter tätig. Die FF Hausen unterstütze sie bei der Befestigung einer Folie auf den vom Wind abgedeckten Stellen des Daches.

Insgesamt war die FF Hausen zu sechs Einsätzen etwa neun Stunden bis in die Morgenstunden hinein unterwegs. Einige Impressionen dieser Nacht finden Sie in der Bildergalerie.


Solche Unwetter sind leider keine Seltenheit mehr, sondern ereignen sich immer öfter -- vor allem im Sommer -- meist jedoch örtlich begrenzt nur in hohem Ausmaß. Wie Sie sich gegen Schäden durch Unwetter schützen bzw. auf solche Wetterlagen vorbereiten können, erfahren Sie in unseren Tipps.

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